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	<title>Tod und Verderben</title>
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	<description>wir haben es nicht nötig</description>
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		<title>Am Mittwoch, den 29. September um 19 Uhr</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 20:27:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Veronika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[werde ich mit einem selbstgebastelten Plakat und ein paar Bier vor dem Münchner Literaturhaus stehen, um gegen die Lesung von Thilo Sarrazin zu protestieren. Wahrscheinlich werden ich und zwei müde Antifa Veteranen die einzigen sein. Was soll´s? &#8220;Man muss auch mit schwachen Mitteln das Unrecht bekämpfen.&#8221; Bertold Brecht]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>werde ich mit einem selbstgebastelten Plakat und ein paar Bier vor dem Münchner Literaturhaus stehen, um gegen die Lesung von Thilo Sarrazin zu protestieren.<br />
Wahrscheinlich werden ich und zwei müde Antifa Veteranen die einzigen sein. Was soll´s?</p>
<p>&#8220;Man muss auch mit schwachen Mitteln das Unrecht bekämpfen.&#8221;<br />
Bertold Brecht</p>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 13:02:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Veronika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[„Unter jedem Dach ein Ach. Die hat ne´ schlechte Kindheit gehabt.“ „Frust essen, sag ich dir.“ „Da kannst du sicher sein.“ „Ja, Körper und Seele, da sieht man´s wieder.“ Pause. „Wisst ihr, dass die Brigitte ihr ganzes Geld verloren hat?“ „Ja! Zehntausend oder was?!“ „Ein Schlag ins Kontor.“ „Da kannst du dir sicher sein.“ Pause. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Unter jedem Dach ein Ach. Die hat ne´ schlechte Kindheit gehabt.“<br />
„Frust essen, sag ich dir.“<br />
„Da kannst du sicher sein.“<br />
„Ja, Körper und Seele, da sieht man´s wieder.“</p>
<p>Pause.</p>
<p>„Wisst ihr, dass die Brigitte ihr ganzes Geld verloren hat?“<br />
„Ja! Zehntausend oder was?!“<br />
„Ein Schlag ins Kontor.“<br />
„Da kannst du dir sicher sein.“</p>
<p>Pause.</p>
<p>„Ja, kommt jetzt mal das Fräulein mit dem Kaffee?“<br />
„Die hat das vergessen.“<br />
„400 Euro Job.“</p>
<p>Pause.</p>
<p>„Die Sonne geht weg.“<br />
„Direkt kalt wird´s.“<br />
„Soll ‘n wir uns umsetzen?“<br />
„Jetzt bleib ‘n wir noch.“</p>
<p>Allgemeines Auspacken der Zigarette.<br />
Anzünden.<br />
In die Gegend starren.</p>
<p>Ich gehe manchmal absichtlich nicht in das hippe Café neben dem Goldschmied.<br />
Anstatt dessen in die Bäckerei mit den zwei Sofas und drei Tischen draußen.<br />
An den Tischen sitzen Frauen, die vormittags ein Weißbier bestellen, ihre Haare rot färben und Crocs tragen.<br />
Ihre Gespräche schippern an mir vorbei wie die freundlichen Worte eines Moderators im Frühstücksfernsehen.<br />
In der nächsten halben Stunde geht es noch um Krankengymnastik, Männer und dass es jetzt wirklich langsam frisch wird.<br />
Ich zahle das Croissant und gehe.  Fühle mich erholt und abgelenkt. Als hätte ich eine Woche Urlaub von mir gemacht.</p>
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		<title></title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 19:16:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Veronika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Laufzeitenverlängerung]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Laufzeitenverlängerung</p>
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		<title>Ein schöner Sommerabend, mit Schlomo Melone gegessen, mit den Nachbarn geplaudert und nur am Rande sei bemerkt&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 19:27:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Veronika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Sarrazin hat mal wieder einen fahren lassen. Spiegel online fasst sein soeben erschienenes Buch so zusammen: Im Kern geht es um Sarrazins Angst vor einem Deutschland, das aus seiner Sicht immer weniger deutsch ist. Die Politik lasse &#8220;eine Veränderung unserer Kultur, unserer Zivilisation und unseres Volkscharakters zu, die wir gar nicht wünschen&#8221;, beklagt der Autor. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713730,00.html">Sarrazin</a> hat mal wieder einen fahren lassen.<br />
Spiegel online fasst sein soeben erschienenes Buch so zusammen:<br />
Im Kern geht es um Sarrazins Angst vor einem Deutschland, das aus seiner Sicht immer weniger deutsch ist. Die Politik lasse &#8220;eine Veränderung unserer Kultur, unserer Zivilisation und unseres Volkscharakters zu, die wir gar nicht wünschen&#8221;, beklagt der Autor. &#8220;Ich möchte, dass auch meine Urenkel noch in &#8216;Deutschland&#8217; leben können&#8221;, ist da zu lesen.</p>
<p>&#8220;&#8230;eine Veränderung…, die wir gar nicht wünschen.&#8221;</p>
<p>Lieber Herr Sarrazin,<br />
du bist nicht wir.</p>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 19:42:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Veronika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mit meinem Vater telefoniert. Wir sprachen lange über das Leben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mit meinem Vater telefoniert. Wir sprachen lange über das Leben.</p>
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		<title></title>
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		<pubDate>Sun, 22 Aug 2010 14:18:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Veronika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.todundverderben.de/?p=653"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
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		<title></title>
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		<pubDate>Sat, 21 Aug 2010 19:26:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Veronika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Christoph Schlingensief ist tot. Ich habe viel von ihm gehalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Christoph Schlingensief ist tot. Ich habe viel von ihm gehalten.</p>
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		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 21:36:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Veronika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Über uns die Polen auf dem Balkon; essend, laut redend. Der schwere Nachtgeruch aus dem Innenhof, die drei Bäume und das wenige Gras im Vollrausch: August, stockdunkel. Die Atemtechniklehrerin gestern zu mir: „Die Konsonanten sind das Besondere an der deutschen Sprache. Mit Vokalen können wir nicht dienen. Du musst die Konsonanten lieben lernen. Wie schwer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/wp-content/uploads/1.jpg" alt="1.jpg" title="1.jpg" width="400" height="277" /></p>
<p>Über uns die Polen auf dem Balkon; essend, laut redend.<br />
Der schwere Nachtgeruch aus dem Innenhof, die drei Bäume und das wenige Gras im Vollrausch: August, stockdunkel.<br />
Die Atemtechniklehrerin gestern zu mir: „Die Konsonanten sind das Besondere an der deutschen Sprache. Mit Vokalen können wir nicht dienen. Du musst die Konsonanten lieben lernen. Wie schwer erziehbare Jugendliche.“<br />
So sagt sie das.<br />
Ich also allein mit einer Konsonantenübung in meinem Zimmer, eine Etage drüber die Polen und der Geruch aus dem Hof durchs offene Fenster.<br />
Das Theater hat endlich Geld überwiesen.<br />
Heute Mittag habe ich alle ausstehenden Rechnungen bezahlt. Auch das, ein Vollrausch. Ich hätte eine tadellose Zahlungsmoral, hätte ich denn regelmäßig Geld.<br />
Wegen der Schlagzeilen zum angeblichen Attentat auf Ahmadineschad erneut über Tyrannenmord nachgedacht. Judith und Holofernes, Hitler und was Bonhoeffer dazu geschrieben hat.<br />
Meine Chefin von dem Nebenjob geht mir nicht aus dem Kopf.<br />
Ihr wutentbranntes, kontrollsüchtiges Gesicht. Ein Mensch, der nicht mehr viel hat, als die Macht, Macht auszuüben.<br />
Ich zähme meine Reflexe und denke: „When someone gives you a hard time, respond with the energies of prayer, for then you are working out of your true selves&#8230;“<br />
Doch dann wieder die helle Lust: Tyrannenmord.<br />
Ich treibe durch die Wohnung und aus der Wohnung hinaus auf die Straße an der Taverne vorbei: Gelächter und verschütteter Weißwein.<br />
Seit 5 Tagen sehe ich mir Filme von Christian Petzold an.  Einfach alles, was ich kriegen kann.<br />
Schlomo ist nicht bis mäßig begeistert. ‚Jerichow‘ fand er ganz okay.<br />
Aber als er gesehen hat, wie Christian Petzold in dem Interview sichtlich unangenehm berührt zur Seite schaut, musste auch er lachen.<br />
Ich suche danach. Die Sekunde, in der jemand die Antwort nicht weiß, irritiert wird, missversteht, den Faden verliert.<br />
Nicht aus Schadenfreude.<br />
Sondern weil es schön ist und wie neugeboren.</p>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 20:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Veronika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin verliebt in Mesut Özil. Und schaue mir vielleicht die ganze WM wegen ihm an. Es gibt nur wenige Menschen deren Augen seitlich, sozusagen auf den Schläfen sitzen. Uma Thurman und Özil. Vögel sind meine Lieblingstiere. Auch sie haben ihre Augen seitlich. Es muss ein schönes Gefühl sein, den Kopf zu wenden, um geradeaus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin verliebt in Mesut Özil.<br />
Und schaue mir vielleicht die ganze WM wegen ihm an.<br />
Es gibt nur wenige Menschen deren Augen seitlich, sozusagen auf den Schläfen sitzen.<br />
Uma Thurman und Özil.<br />
Vögel sind meine Lieblingstiere. Auch sie haben ihre Augen seitlich. Es muss ein<br />
schönes Gefühl sein, den Kopf zu wenden, um geradeaus zu sehen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das Nichtraucherschutzgesetz ist überflüssig und ein Schritt in die falsche Richtung.</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 19:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Veronika</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie Adam Soboczynski in der aktuellen Ausgabe der Zeit bemerkt, geht es beim kürzlich per Volksentscheid in Bayern verabschiedeten Nichtraucherschutzgesetz nicht ums Rauchen. Man muss sich tatsächlich, würde man denn ab und an eine passiv mitrauchen wollen, aufrichtig bemühen, einen Ort ausfindig zu machen wo dies noch möglich ist. Konkret hieße das sich mit unattraktiven [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie Adam Soboczynski in der aktuellen Ausgabe der Zeit bemerkt, geht es beim kürzlich per Volksentscheid in Bayern verabschiedeten Nichtraucherschutzgesetz nicht ums Rauchen.</p>
<p>Man muss sich tatsächlich, würde man denn ab und an eine passiv mitrauchen wollen, aufrichtig bemühen, einen Ort ausfindig zu machen wo dies noch möglich ist.<br />
Konkret hieße das sich mit unattraktiven Menschen hinter den Tresen einer unattraktiven Eckbeize zu klemmen oder am Frankfurter Flughafen die auf Meilen hin einzige Raucherbox anzusteuern.<br />
Es ist längst, auch ohne das verschärfte Gesetz, ein umfassender Nichtraucherschutz an Schulen, Krankenhäusern, Meldeämtern und in so gut wie allen Restaurants, Cafes, Clubs, gegeben.<br />
Sich bei einer längeren Besprechung, im Zug oder in der Kantine eine anzuzünden ist sowieso undenkbar.<br />
Nun sollen also noch die letzten Nebenräume, Ausnahmeregelungen und Festzelte dran kommen.<br />
Warum? Wer soll hier geschützt werden? Und wenn es niemanden mehr zu schützen gibt, weshalb ausgerechnet im Umgang mit diesem Laster/Vergnügen die Militanz?</p>
<p>München ist deutsches Dolce Vita und sogar im Winter ein bisschen mediteran. Man braucht sich also nicht über Details aufzuregen. Trotzdem verbringe ich den Vormittag nach dem Volksentscheid mit Schimpfen auf den Polizeistaat, Bayernseuche und Dunkelland.<br />
Am Mittag trabe ich ins Pflegeheim zu meinen liebreizenden verwöhnten alten Damen. Als das Thermometer gen 30 Grad klettert, laufe ich im Garten mit einer Karaffe und Gläsern zu den Omas und rufe, noch in Stimmung vom Vormittag „Wasserpolizei“ – die Damen finden´ s lustig und quieken. Sie haben gut lachen. In den 60´ern, als sich ihre Jugend dem Zenit entgegen schwang, galt es als geradezu  unschickliches Betragen, eine Zigarette auszuschlagen.<br />
„Eine junge Frau hatte zu rauchen“, wurde ich neulich von einer 80 Jährigen belehrt und ob das nicht ein bisschen lebensfremd ist, nie zu rauchen, „man muss doch Kontakte machen. Flirten, Reden. Sie wissen schon.“</p>
<p>Falsch, hätte ich am liebsten geantwortet. Geflirtet und geredet wird nicht mehr. Zeit verschwendet und Gesundheit ruiniert schon zwei Mal nicht. Fünfzig Jahre nach der unbedarften Jugend dieser Dame, hat ein Mensch nicht zu rauchen oder Kontakte zu machen, sondern Leistungsträger zu sein.  Auf allen Ebenen.<br />
Das bedeutet: Kaffee, länger bleiben und Kollegenvolleyball ist drin.<br />
Rauchen, Feierabendbier und am Wochenende keine Mails checken verdächtig.<br />
Leistungsdrogen, Leistungsbeziehungen und leistungssteigernde Freizeitaktivitäten sind richtig.<br />
Entspannungsdrogen, zwecklose Freundschaften und nach der Arbeit am liebsten nichts zu tun falsch.</p>
<p>Wer sich über Arbeit definiert, hat darüber zu wachen, nicht unter ein bestimmtes Leistungsniveau zu rutschen. Ein Leistungsabfall kann einen Identitätskonflikt zur Folge haben, das will vermieden werden.<br />
Eine Antwort der Schlafforschung für gesellschaftlich stark zunehmende Symptome wie Einschlafstörungen,  vorzeitiges Erwachen, Durchschlafprobleme, ist der Leistungsdruck, der mittlerweile auf dem Schlaf liegt.<br />
Der Schlaf muss bitte sofort, tief und regenerierend sein, damit am nächsten Tag genauso viel oder besser noch mehr geleistet werden kann.<br />
Dass sich allerdings Schlaf, ähnlich wie Phantasie, Inspiration oder Leichtigkeit unserer Kontrolle, vor allem unserem Zeitdruck entzieht,  ist vorprogrammiert.</p>
<p>Warum rege ich mich auf? Auch mir ging es und geht es bei diesem Volksentscheid nicht ums Rauchen.  Das Rauchen ist mir so egal, wie eine durchzechte Nacht oder Tante Ellis fettige Krapfen, von denen ich mir auch nur alle paar Monate einen gönn. Für mich steht hier ein anderer Sachverhalt zur Debatte. Wie viel Platz, Raum und Toleranz gibt eine Gesellschaft dem menschlichen Bedürfnis nach Nutzlosigkeit, Spiel und Leere? Nach wenig leisten, streckenweise gar nichts leisten? Dem Bedürfnis, einfach da zu sein?<br />
Eine zu rauchen, einen Tag lang Musik zu hören, Mandalas zu malen, über eine Wiese zu gehen und dabei nicht zu joggen oder die Woche zu planen, sondern nur über die Wiese zu gehen?<br />
Wie viel Platz gibt es für diesen ganzen menschlichen Quatsch, den man nicht einfach wegrationalisieren kann? Jedenfalls nicht ohne kostspielige Folgen.</p>
<p>Immer gegen 18 Uhr, nach dem Abendessen, kommt der Typ vom dritten Stock in den Hinterhof runter, quarzt eine in sich rein und schnitzt dann mit seinem neunjährigen Sohn an dessen Indianerbogen.<br />
Wenn Pfeil und Bogen fertig sind, schießen sie die Pfeile durch den Hof. Manchmal landet einer an meinem Fenster. So läuft das jeden Sommer. Vielleicht stirbt der Mann an Lungenkrebs, vielleicht würde er gern aufhören und kann nicht, vielleicht ist er mit der Raucherei kein Vorbild für seinen Sohn.<br />
Bedrohlich ist er aber auch nicht und mit Militanz gegen sein abendliches Laster vorzugehen halte ich für geradezu lächerlich.</p>
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