Tod und Verderben

wir haben es nicht nötig

March 31st, 2007

Böhm/Hägele steht an der Klingel.

Gestern den heimgekehrten Jona, sowie die WG von Jordi/Michi gefeiert und festgestellt, dass es Schinken gibt, der besser schmeckt als den Schinken, den ich als den weltbesten gekürt hatte. Nun muss man sich innerhalb 10 Tagen ganz viel freuen an Jona-Onnelli, weil dann die O-Dame wieder ins nächste Trimester startet. Diesmal im Schwarzwald, haha, in Altensteig. Wenn ich über Jerusalem spreche wird mir immernoch warm im Gesicht und gestern bekam ich auch heiße Ohren, weil irgendwas in mir stark anschlägt, so bald ich versuche darüber zu sprechen. Einen interessanten Brief bekommen von Naomi, den sie auf Armeebriefpapier geschrieben hatte und in einem Armeeumschlag abgeschickte, der sie dessenthalben nichts kostete und tatsächlich ankam. Ich benachrichtige dich hiermit davon. Nebenbei bereite ich mit den Radiojungs eine Sendung vor. Und zwar über Sprichworte. Mein absoluter Favourit:

Wer dreht geht. (Volksmund; Regel beim Kickern)

March 29th, 2007

Gegen 4

Nachts wach ich oft auf und muß auf Toilette. In der Toilette ist immer das Fenster offen und dann höre ich die Vögel zwitschern. In diesen Minuten mit Gänsehaut auf der Altbauschüssel, mit dem Tschirpen und den liegengelassenen Modezeitschriften von Ilona im Dämmerlicht bin ich dann kurz schlimmst glücklich.
Übermorgen spielen wir wieder. Ich hatte ein paar Tage frei, mein Rhythmus war durcheinander; habe zwei Mal geträumt, dass ich nur denke, dass ich frei habe, dabei stehen die anderen auf der Bühne und fragen sich wo ich bleibe.
Der Trompeter in der Straße trompetet wieder, ich habe gute Lust mich unter sein Fenster zu stellen und ein bißchen rumzustehen. War in den Kammerspielen. Da waren drei Frauen, die zwei Stunden lang über den Tod gesungen haben. Sehr viel lebendiger rausgegangen als reingegangen und fand am Besten die Alte, Weißhaarige. Wirklich, wenn sie gesungen hat, konnte sich keiner im Saal bewegen.

March 28th, 2007

Den Nymphenburger Park nach Einbruchstellen abgetastet, damit wir schon mal wissen, wo man im Sommer heimlich campen kann. Mauern und Zäune insgesamt hoch, spitz, dick, jedoch an einer Stelle kann man unter den Holzpfählen durchgrabbeln. Sogar Felix. Der dann auch noch zwei Kirschblütenzweige vom Baum riss um mich zu beschenken. Die infolgedessen geschlitzte Hand läßt uns wieder an das einzige Detail denken, das wir beim Blumenklau früher nie vergasen; Heckenschere. Endlich den arabischen Kaffee trinken können, der Rest des Mobs meint, er schmeckt nach Zitronengras, findet diese Komponente anbei aber auch gut und liegt wahrscheinlich nicht daran, dass der Kaffee in Jerusalem mit Kräutern zusammen lagerte. Weil: Kaffee würde sich geruchlich durchsetzen (Uli- Diplombiologin). Weiß nicht. Nachmittags geschlafen und dauernd geträumt, dass mir der Esra, Baby von A+J, runterrutscht und fast auf den Boden fällt. Beim Aufwachen kurz überlegt, ob das die strafrechtliche Konsequenz des Universums ist, weil ich nachmittags auf der faulen Haut liege, trotz 8 Stunden Nachtschlaf. Diesen Gedanken verworfen und plane bis Ende der Woche weiterhin jeden Tag nachmittags aufzupassen, dass mein Bett okay ist.

March 26th, 2007

Zum SZ Artikel vom 26/03/07.

Hab das ein Jahr lang in mich reingefressen. Jetzt wo es in der Zeitung steht kann ich mich aufraffen diesen Dreck in Worte zu fassen.
Da wären wir nun. 24. Jack Bauers grandiose Karriere kulminiert in einer Debatte über “legitime Folter”. Wie kommt es eigentlich zu einer flächendeckenden Gesinnungsströmung? Wer steuert meinungsbildende Maßnahmen, die erforderlich sind, um die Überheblichkeit gewisser Personen/Nationen als Recht und Notwendigkeit zu kostümieren? Im Falle der amerikanisch westeuropäischen Gesellschaft reicht dazu schon die Nutzung und Gestaltung eines aufregenden Abendprogramms, in dem einsame Helden mit einem pfiffigen Team (korrekt eingehaltene Frauenquote) Terroristen bekämpfen die, wer hätte es gedacht, innerhalb 24 Stunden, Jack Bauers hübsche Welt zerstören wollen. Nun. Hoher Zeitdruck, geringe Wahrscheinlichkeit auf Erfolg und das Schicksal Millionen unschuldiger “Amerikaner” lassen Jack Bauer seine Lieblingsbeschwörungsformel “Trust me!” sprechen und wenn das nicht hilft, halt ein bißchen foltern. So blöken dann auch Iraksoldaten bei Vernehmungen zu ihrer Täterschaft:” Aber der Jack Bauer..” Soso. Wollen wir mal nicht auf ein “paar” mental herausgeforderten Soldaten herumhaken. Bleiben wir lieber bei uns selber. Kleine Übung zur Stärkung der Vorstellungskraft: Foltergeständnisse, das weiß man, auch wenn mir spontan keine Prozentzahl einfällt, tragen keinen bis geringen Wahrheitsgehalt. Innerhalb 24 Stunden wird auch kein noch so engagierter Cop einen terroristischen Anschlag vereiteln, geschweige denn, dass er darüber im Bilde ist, gegen wen oder was er da gerade kämpft.
Ist alles nicht schlimm. Nur Film. Da sterben keine echten Menschen. Hin oder her; Jack Bauer wird sauer. Was sonst nur den Bösen vorbehalten war, ist allmählich in das Ermittlungshandwerk der Saubermänner gerutscht. Da wird mit Zange, Messer und Elektro gehobelt, geschabt und vernommen. Am Rande bemerkt; es schert mich nicht, dass zu allen Zeiten an wechselnden Schauplätzen der Erde gefoltert wurde und wird, sondern dass seit 2001 Leute aus “meinen” gesellschaftlichen Kreisen glauben, dass sie ein Recht darauf haben, zu unser aller Bestem. Es ist ja nicht so, dass sich Generationen vor uns um eine Verfassung bemüht haben, die die Menschenrechte wahrt, ne da stehen wir drüber. Katapultieren uns innerhalb sechs Jahre zurück in eine Agenda getarnter Hochkrimineller, die nicht unsere Sicherheit wollen, auch wenn sie das tausend Mal sagen. Aber was solls? Amerika ist traurig. Da hat man nun Milliarden in eine Stadt gebombt und was is? Nix. Normalerweise kriegt man doch was für sein Geld. Kein Film. Kein Soundtrack. Behinderte Veteranen und langweilige Nachrichten. Doch dafür gibts Jack. Der besorgts den Verbrechern. Liefert Geständnisse, Lösungen und national sowie personal success. Regeln müssen gebrochen werden, damit Regeln wieder eingehalten werden. Im Zweifelsfall steht der engagierte Einzelne über der Verfassung. Ein angenehm wohlig warm Gefühl im Bauch, gemengt mit Abendessen. Wir dürfen das. Wir sind stark. Ja. Und das mein lieber Freundeskreis geht an deine Adresse: Wir schauen uns eine Menge unterhaltsamer Scheiße an, vor allem ich, aber dennoch: dein blödes infiltriertes Gesicht kotzt mich an.

March 25th, 2007

Vor das Ruffini in die Schlange gestellt, zwei Rosinenbrötchen erworben und gegessen. In der Sonne glänzen die Steine weiß, es gibt keinen Grund zu schreiben. Das hat auch nichts damit zu tun. Ein Gedicht habe ich herausgekramt von der alten Anna Achmatowa. Im Theater gewesen, nichts erwartet um nicht schon wieder enttäuscht zu werden. Plötzlich stimmt etwas nicht. Der Darsteller oder der Regisseur oder irgendjemand da vorn versucht nicht sich zu profilieren. Verzichtet. Mir steigen die Tränen in die Augen. Da durfte ich doch tatsächlich teilhaben am Leben eines Menschen. Es läppert so dahin. In die Wohnung hinein und hinaus gehen ein paar Leute, die ich kenne. Mit denen ich zusammenwohne. Dann ist wieder still, es schläft ein Schlaf in der leeren Küche, dem Flur, dem Bad. Das Fenster steht weit offen. Nachtwind.

Als ob der Vorzeit Gedächtnis wie glühende Lava
Mir in das Bewußtsein sank
Als wäre es mein eigenes Schluchzen
Das aus fremden Händen ich trank.

A.Achm.

March 24th, 2007

Habe nebenher einen zweiten Blog gestartet

Und zwar www.veronikarotfuss.de

Da sind Kurzgeschichten von mir veröffentlicht. Wollte nur mal noch sagen, dass ich eigentlich Veronika Rotfuß heiße, mit scharfem ß. Wie roter Fuß. Was natürlich sehr viel lustiger zu schreiben ist, als rotfuss. Leute, die meinen Namen falsch verstehen, weil ich z.B. am Telefon genuschelt habe, sagen dann:
Frau Rotfuchs
Frau Rotzfuß oder
Frau Rottfuß

March 23rd, 2007

Bald April

Im Callcenter traten Störungen auf, woraufhin ich 3 Stunden dafür bezahlt wurde meinen persönlichen Kram zu erledigen. Keine Brille gefunden, die mir steht und brillenlos aus den Optikerläden nach Hause gegangen. Jetzt wo S. eine Brille hat muß ich natürlich unbedingt auch eine haben und leide schon einundhalb Wochen unter dem Eindruck nicht clever auszusehen, neben ihm. Denke wieder vermehrt über das bedingungslose Grundeinkommen nach und dass ich es für eine der wenigen gerechten und motivierenden Ideen der letzten Jahre erachte. Frau J. in Hamburg erfreut sich ihrer bald beziehbaren Wohnung, was zur Folge hat, dass ich mir eine Mitfahrgelegenheit für Mitte April besorgen will, sollte nach dem alljährlichen Nachzahlungsschock des Strom-und Gasbescheids noch Enthusiasmus für Reisen vorhanden sein. Zweite gerechte Idee der letzten Jahre: Monopolisten umbringen. Jetzt habe ich wieder so viel über Geld geredet und nicht erwähnt, dass ein super Flieder vor meinem Fenster blüht. Im Zurückschauen auf die letzte Tournee fallen mir meine herrlich schön-komplexen Kollegen ein- ich gehe inne und wünsche nichts. Angelika, wenn du das liest, lass dir gesagt sein, ich beeile mich einen Besuch bei dir und dem 53cm Mensch abzustatten, bin sehr interessiert an Neulingen und vermisse dich. Gute Nacht.

March 21st, 2007

Zurück …am Ende

Wieder ein paar Tage Kunst in der Provinz. Bin immer sehr angetan von den vielen unterschiedlichen Schulen rund um Mü. Manche sind Bauklötze von geschmacklich ähnlich heruntergekommenen Architekten, wie der, der meine ehemalige Schule entwerfen durfte. Man kann doch nicht, auch wenn man ein kleines Budget hat, eine Gebäude in orangnes Blech kleiden. Oder sollte das der Anstalt einen heiteren Ton geben? Andere Schulen sind pädagogisch perfekt gestylt, rundum verglast und grüner als der Park, in dem ich ab und an spazieren gehe. Es ist ein Uhr nachts. Warum rede ich über Schule? Ich habe nicht mal Abitur. In einem der Musiksääle habe ich mir die komplette Erklärungstafel zu den Instrumenten eines Sinfonieorchesters durchgelesen. Auch die Merkplakate zu den Musikepochen und Eckdaten großer Komponisten. Fische gabs auch in einem Aquarium. Jungs, nur Jungs, weil es eine Jungenschule war. Am Abend rüber in die Stadthalle, dort einen Kulturverein am Start gehabt. Die sind immer so kulturell, dass sie ganz starr auf ihren Plätzen sitzen und Angst haben; wenn sie sich bewegen sind sie nicht mehr kulturell. Aber trotzdem beim Applaus habe ich die bißchen anguckt und die waren alle fein gemacht, hatten rote Bäckchen wie Weihnachtenbraten, dass ich sie kurz mochte und dachte, dass könnten auch meine Eltern sein und warum bin ich überhaupt verstimmt. Mit der Truppe wars wie meistens sehr angenehm. Nach drei Tagen Dauernähe schmelzen meine Nerven allerdings auf die Dicke eines DinA4 Blatts, aber das hat jeder mal. Morgen probiere ich dann mal aus, wie platt mein Hintern wird wenn ich ihn 9 Stunden ins Callcenter setze. Wie platt mein Hirn dann ist, weiß ich danach immer nicht, weil es zu platt ist, als dass ich es reflektieren könnte.
Hab ich schon mal erzählt, dass ich ein halbes Jahr in einer Pension geputzt habe und schreckliche Dinge sah? Es ist schwer, diese zu vergessen, wenn man als Gast in Hotelzimmer kommt. Das wird weiterhin geübt.

March 18th, 2007

weiter

Ich war auf einer Party. In Manus Schuhen. Nach einer Frist von 90 Tagen gehen die zurückgelassenen Besitztümer ehemailiger Mitbewohner automatisch in mein Eigentum über. So auch diese Didl-Fuß-breiten-weißen-Converse-Turnschuhe. Recht lächerlich sehe ich damit aus. Dennoch war ich mir sicher, dass Turnschuhe eher vor Regen schützen als Halbschuhe. Ich habe nur Halbschuhe. Ab jetzt gleich wieder unterwegs im Stoiberland. Irgendwelche Schulen, weiß noch nicht wo. Manu, alle meinen ich seh süß aus.
Ist mir bißchen unangenehm. Ich mach vielleicht ne Ausnahme wenn du sehr an ihnen hängst.

March 17th, 2007

Dates

Um die Terminisierung zu erleichtern; hier der link zum hoftheater in dem ich spiele. Dort findet ihr die aktuellen Stücke usw. Viel Spaß
Ich spiele in der Drei Groschen Geschichte, Figaros Hochzeit und Sommernachtstraum mit.
Anfahrtsbeschreibung ist auch irgendwo zu finden.