Tod und Verderben

wir haben es nicht nötig

April 30th, 2007

Wasser schimmert schwarz.

Am Sonntag mit dem Mob an der Isar Feuer gemacht und Fisch gebraten. Habe mit meinen eigenen Händen ohne Handschuhe den Fisch festgehalten, während Boris ihn der Länge nach aufschnitt. Es hat sehr gewackelt und gewabert. Jetzt ist der Montag schon wieder ins Land gegangen. Bemerkenswert; wir haben doch mindestens zwei Stunden am Stück geistig sortiert, warum manches so ist und wie man damit umgehen kann und erwogen, wie wir wohl funktionieren, am Sonntag an der Isar. Dennoch ist mir zuerst der glibbernd schwere Fisch zwischen meinen Fingern im Gedächtnis geblieben. Zuerst und zuletzt. Vielleicht auch wichtig zu wissen, dass man vielleicht auf einer Montessori Schule besser aufgehoben gewesen wäre. Die vielen Informationen aus dem Buch über die Entstehung von Fundamentalismus in den drei monoth. Religionen fluten mich randvoll. Glücklicherweise einen Systemausfall im Telefonstudio gehabt, und die Stunde zum Weiterlesen nutzen können. Vermutlich wird jetzt in den Mai getanzt. Ich gehe nicht weg. Fällt euch bei der Arbeit auch immer auf, wie drastisch das ist, wenn Vorgesetzte keine sozialen Kompetenzen haben und wie ungemein förderlich und kreativ die gleiche Arbeit sein kann, wenn der zuständige Chef keine Komplexe hat?

April 27th, 2007

Saaaaaaaaamstag

Bin betrunken. Passiert mir nun zum zweiten Mal im Leben. Das letzte Mal als ich 15 war. Auch heute ausversehen, weil ich nichts gegessen hatte vor einem Theaterbesuch. Weiß jetzt wozu die Haltegriffe in der U-bahn gut sind. Es ging um Selbstjustiz (Michael Kolhaas von Kleist) und war gut inszeniert. Draußen Wetter wie Mittelmeer+kühle Nachtluft und Stimmengewirr in den Straßen. Ist es eigentlich gelogen, wenn man an der Theaterkasse sagt:” Ich bin Student.”, obwohl man nicht mehr Student ist, aber sich wie ein Student fühlt?

April 26th, 2007

Betäubung

Gestern war es soweit. Nach Mitternacht losgezogen, mit Tapetenmesser für F. und Schere für mich. Erstmal die kleinen Villen angeschaut und überlegt, welches das beste Haus ist. Eines gefunden, dass eine Art Raucherloggia im zweiten Geschoss hat, mit verandaartigen Eingängen und Giebeln, sehr verwinkelt, Garten ungepflegt. Dann die Büsche und Gärten abgeklappert, die ich schon lange vorher ausgespäht hatte. Mit zwei Armen voll riechender Beute zurück in die Volkartstraße. Die Küche platzt. Noch in der Nacht alle grünen und weißen Flaschen aus meiner Sammlung mit Wasser gefüllt und den Flieder auf den freien Flächen platziert. Unterwegs hatten wir auch einen Igel getroffen. Die Tierchen müssen ja immer starr sitzen bleiben wenn sie die Schritte von etwas auf dem Boden spüren, deswegen konnten wir ihn dann auch ausgiebig streicheln.

April 23rd, 2007

Brüten

So, seit drei Tagen kriege ich Schweinereienspam. Bin jetzt aber gerade zu gleichgültig um was zu unternehmen und werde erst Mittwoch was unternehmen und auch nur, wenn kein schönes Wetter ist. (haha) Im Zuge der globalen Erwärmung bereits Sonnenbrand (gehörig) und staunende Blicke auf die Rapsfelder; blühen wie der Teufel, dass ich unentwegt an “Die Wolke” denken muß, weil in dem Buch doch auch ständig Rapsfelder vorkommen. Der Flieder haut auch rein. Sehr erschrocken, nachdem ich nun ein Jahr fast ausschließlich die Zeit gelesen habe, wie schlecht andere Zeitungen schreiben. Ob die Redakteure da wenig Geld kriegen und das extra machen? Um den Verlag zu versauen? Die hören sich an, wie ich. So richtig sauüberzeugt von ihrer temporären Emotion und Kurzsichtigkeit. Vielleicht stelle ich mich mal da vor. Der bestellte Kaffe aus dem Hause Heringe ist noch nicht eingetroffen, dafür zum ersten mal seit zwei Jahren ein wirklich gutes Gespräch mit einem Kollegen aus dem Callcenter gehabt. Könnt ihr euch das vorstellen, wie einsam das dort ist? Was gehört denn schon zu einem guten Gespräch?
Zwei Personen, die sich trauen, etwas von sich preiszugeben. Das wars. Das ist alles. Also, warum geht das denn nicht? Verdammt. Zwei Jahre in diesem Scheißcallcenter und ein einziges gutes Gespräch.

April 22nd, 2007

Haben Holz ins Wasser geschmissen

Hatten ausgemacht, dass wir uns um 8:20 Uhr in der U-Bahn treffen. War also am Treffpunkt. Er war nicht da. Werfe einen Blick auf die Uhr; es ist 7:20Uhr. Ich bin eine Stunde zu früh aufgestanden. Nach einer kurzen Nacht. Gehe nochmal schlafen. Beim zweiten Anlauf alles auf der Reihe und mit Esperanto 99 durch einsame Fluren zum Speichersee gefahren. Seit ich die Digicam verloren habe nehme ich das schöne Leben wieder ganz anders wahr. Wie früher. Nur jetzt und ohne zweite Chance. Hat auch was. Am See lagen Baumstämme. An einem davon solange gehebelt und geschoben bis er den Abhang runter kullerte. Ins Wasser. Hat mir gefallen, weil es imposant war und mächtig. Mit alten CD´s und roter Nase heimgefahren.
Ausbeute:
Mit neuer Badehose von American Apparel am Ufer flaniert und nicht gebadet,
kiesige Geröllhänge,
Wasser in Türkis
und eine schwierige Rechenaufgabe gelöst:

Wenn jemand 100 Meter in 10 Sekunden läuft, wieviel km/h läuft er?

April 20th, 2007

Chabern= sich etwas aneignen, das einem nicht gehört, jedoch nicht als Diebstahl betrachtet werden kann.

Der Flieder beim Nachbarn wartet, die Heckenschere auch, es muß nur noch dunkel werden und Felix kommen. Desweiteren ein Plakat über polnische Kunst entdeckt, das ich zu klauen gedenke und und etwas zum Anziehen aus Schlomos Schrank. Die Sonne hockt träge auf dem Dach, ich auch und will nichts. Einer der MedizinerWG steigt auch herauf und tatsächlich haben wir eine belanglose Unterhaltung über Tauben. Ein schöner Tag. Gestern im Kundencenter der Verkehrsgesellschaft Leute befragt, ob sie gern ins Kundencenter kommen und dabei 5 Stunden keinen anspruchsvollen Gedanken denken können. So was passiert dauernd, wenn ich Befragungen machen muß. Ich werde blöd. Im Anschluß ängstlich die ganze Ausgabe der Zeit gelesen und beruhigter mit S. darüber gesprochen, um mich zu vergewissen, das mit mir alles okay ist. Danke an Luzi, die (S)tigers und Familie für die Picknicks, Zeit und Grüße. Passt zwar nicht zu meinen Hosen, dennoch eine Zeile aus dem Musikgeschmack der Sonnemädchen, als sie noch Rapper waren:
we have love to give, for the life we live.

April 18th, 2007

Alarm

Bitte. Bitte geht nicht daran vorüber, dass ein Gesetzesentwurf in der Pipeline steht, der uns alle zu Opfern stasialer Methoden macht.
….wir wollen, dass künftig alle Daten sechs Monate gespeichert werden; wann, wer, mit wem telefoniert hat. Auch wer an wen E-mails geschickt hat und wer, von wo aus sms sendet….

Zum besseren Verständnis für meine sich nicht für Politik interessierenden Freunde ein link

Und bitte besorgt euch ein Proxy, auch wenn ihr nicht Amoklaufen oder Terror betreiben wollt. Einfach aus Prinzip. Wie Proxys funktionieren kann ich nicht erklären, aber es gibt Mitmenschen auch in deinem Umfeld, die einem helfen, wenn man sich vor Spionage schützen will.

April 16th, 2007

Sie befinden sich auf dem aufsteigenden Ast…

wurde leider nicht zu mir persönlich aber zu den Anwohnern meines Stadtteils gesagt, in der Immobilien Zeitschrift. Und noch, dass wir infrastrukturell perfekt erschlossen sind, grün, in, citynah und paar Sachen mehr. Zu mir ist zu sagen, dass ich am Wochenende mit einem Hund gekämpft habe, eine halbe Stunde, in dem wir beide an einem Ende eines dicken Stockes zerrten und keiner loslassen wollte. Es hat mir viel Freude bereitet und mich auch bezüglich meiner Angst, dass irgendwann ein böser Hund auf mich zurennt und mich totbeißt, entlastet. Das kam nämlich jede Woche in Explosiv als ich 8 war. Die Dose mit dem arabischen Kaffee ist jetzt alle und ich fände es angebracht, dass Felix mir seine schenkt. Bei dem Besuch meiner Eltern auch entdeckt, dass meine Mutter einen Aufkleber mit einem Marienkäfer auf den Telefonhörer geklebt hat und einige Sekunden nicht gewußt, was ich davon halten soll.

April 11th, 2007

Bis Montag ist bloggen ausgeschlossen.

April 10th, 2007

Wenn man immer mit den selben Leuten abhängt, kann halt niemand Neues dazukommen. (Zitat des Tages)

Im Zugabteil am Feiertag in tiefste Gefilde bayrischer Ahnen von Seiten Herr S.  Auf den zwei Viererplätzen im Waggon , die ich überblicken kann sitzen 3 Männer, 3 Frauen, 2 Laptops, 1 Scooter und 1 Gehstock. Mir gegenüber sitzt ein voll ausgerüsteter Sozialpädagoge, entwirft auf seinem  poppig  beklebten  Notebook die Spielparcours für das Kinderfestival, bei dem er für die  technischen Details zuständig ist. Neben ihm angelehnt der Roller- swiss design. Rechts von mir Paris Hilton Verschnitt, liest eine glamournde Illustrierte- sei`s gegönnt und sortiert die Zettel in ihrem Portemonnaie. Seitlich sitzt S., Diplom tippselnd, versunken. Links von ihm süße 30-er Brünette, die Bedienungsanleitung ihrer Digicam studierend. Abwechselnd Blick auf Anleitung und Knöpfe der Cam. Wow. Ihr gegenüber das Prachtexemplar; ein Greis. Schon ist er da, der Klos im Hals. Wenn mir nicht jeder Doktor einen handfesten Mangel attestieren wird. Der Greis, auf seinen Stock gestützt, betrachtet wissentlich die vorbeiziehende Landschaft und einmal ganz kurz meinen Busen, unsere Augen treffen sich, wir nicken uns zu und schmunzeln, es ist ja auch egal.  Und Ane Brun singt in mein Ohr bitter tropfende Lieder, dass einem der heiße Schmerz bis in die Schuhe läuft. Auf einmal habe ich Gnade für die Kleinbürgerlichkeit dieser Felder, Häuschen und Filterkaffeemenschen da draußen und will selber nichts mehr, auch nichts mehr Besonderes sein.

Der Pädagoge verliert einen Moment seine Konzentration, starrt auf meinen kauenden Mund und telefoniert dann mit seiner Mitarbeiterin: “…geh ma zum Edeka und besorg Tütensuppen, Wir machen Spring`2007 sucht den Suppenstar!” Je länger ich die Runzeln des Opas anschaue, hoffe ich, dass es ihm gut geht und er weiß, wo er hin gehört und auch Paris Hilton und der gesamte Waggon. Und dann krieg ich mal wieder Lust zu beten, dass sie heiter sind wenn sie sich morgens die Beine rasieren und nicht allein, wenn das Hustenleiden schlimmer wird und Frieden finden mit den leisen Feinden in ihrem Kopf. Quatsche den Opa dann doch an und rede belanglose Sachen mit ihm, weil ich immer denke, die Demenz schreitet schneller voran, wenn man nicht mit ihnen spricht. Was eigentlich eine geile Verantwortung, zu dem Gelingen des Lebens meiner Mitmenschen beitragen zu dürfen, einen verschwindend geringen Teil, aber …ja. Spinoza taucht wieder im Hirn auf und mit ihm die Juden des 16 Jhd., die nicht den Schritt in die Moderne geschafft haben. Die hängen geblieben sind auf ihrem Verständnis von Mythos, und Logos nicht miteinbeziehen konnten. Und die Ersten, die dann doch Logos miteinbeziehen wollten und ausgeschlossen wurden und verzweifelt sind und sich in den Kopf geschossen haben. Klos Nummer Zwei. Was ist eigentlich mit den Verzweifelten? Einige geraten in die Schneise unvereinbarer Widersprüche; bersten an dem Riss, den etwas Größeres, manchmal Zeitgeschichtliches in ihnen hinterlassen hat. Andere kitten, schmieren sich voll, dass einem schlecht wird und leugnen, dass “die Welt im Wandel ist, ich spüre es im Wasser.” (Zitat Galadriel). Bei Gelegenheit Benni (hardcorebenni) wenn du noch weißt wie auf elbisch der Galadrielspruch geht, dann sags mir.