
Im Botanischen Garten den Sonntag verbummelt. War nichts zu sehen von Blumen, wegen dem Schnee. Deshalb erspriesliche Stunden mit den Namen der Gewächse zugebracht. Nach kurzer Zeit das System kapiert und möchte jetzt auch Blumenbenenner werden.
Besonderen Spaß machen die Gräser, die ein Botaniker mit der Wahl des Namens gedemütigt hat:
Hundskamille,
Sockenblume,
langgriffeliger Scheinwaldmeister.
Die neumodischen Namen sind auch im Pflanzenreich nicht mein Fall. Hört sich alles nach Kevin und Mandy an:
Star Wars,
Funny,
Blue Peter.
Ein Herr Carl von Linne ‘ hat mir den Gefallen getan und alle 9000 Gesträucher, die er in seinem Leben ausgemacht hat, in einem Ordnungsprinzip kategorisiert. Dieses Prinzip untergliedert beispielsweise Blumen anhand der Anzahl ihrer Staubfäden. Die Erfahrung, dass dies, beim Angraben einer französischen Blumenverkäuferin, zu erwähnen wenig hilfreich ist, hat aber schon der auswandernde Heinrich Heine gemacht. Er wurde belehrt: Es gibt nur zwei Arten Bumen; stinkende und nicht stinkende.
Ich schließe mit dem Hinweis, dass ich eine stattliche Flatterulme gesichtet habe, auch auf eine Tellerhortensie aufmerksam wurde und seit heute verstehe, dass man ungefähr alles was grünt Rhododendron mascula rufen kann. Und wenn man sich nicht sicher ist, ist mascula nie falsch.
Den Zugang zu meinem Herzen fanden allerdings nur zwei Angehörige der unter Schnee schlummernden Flora: Die Deutsche Schwertlilie und Der Vergängliche Mohn
