Tod und Verderben

wir haben es nicht nötig

June 25th, 2009

Das große Nichts nicht vermeiden.

June 16th, 2009

… und wer froh ist, ist ein König

Eine schöne Lesung in den Niederungen des bayerischen Landes. Heile Kinder, ungehetzte Lehrer, verglastes Schulgebäude auf dem Berg, Kühe, die von der Weide hinterm Haus in den Unterricht hereinschauen. Das gibt es also auch.
Da denke ich an die abgeschlagenen Gesichter der Vierzehnjährigen von der Gesamtschule in St.Pauli oder die Berliner Neuntklässler, die sich in einer langen Reihe für einen schlecht bezahlten Job anstellen. Wenn man doch mit einem gewaltigen Kraftakt etwas tun könnte, um zu verhindern, dass deren schulische und berufliche Laufbahn in die Binsen geht. Und wenn nicht mit einem gewaltigen Kraftakt, dann wenigstens mit vielen halbstarken Schritten.
Es ist schwierig das Potential in den Kids zu sehen und gleichzeitig kaum etwas für sie tun zu können. Aber letztlich brauchen sie es nicht, dass ich etwas für sie tue. Sie brauchen Chancen und Ermutigung, damit sie selber etwas tun können. Diese Hundertschaften Zahnspangen und verstohlene Blicke unterm Käppi und Aggression und Schwierigkeiten, einen vollständigen Satz zu bilden,  Angst ausgelacht zu werden bis zum Verschluß  gegenüber jeder Begegnung.
Dann denke ich daran, dass eine Menge Konzerne und Unternehmen daran interessiert sind, diese Kids für so blöd wie möglich zu halten, um ihren Scheiß Absatzmarkt in die jungen Organe zu rammen und will kotzen kotzen, die ganze U-Bahn von vorne bis hinten vollkotzen.
Wir sind auf Gedeih und Verderb aneinander gebunden. Hat irgendwer gesagt. Ich hab jetzt 29 Jahre gebraucht, um zu kapieren, dass ich auch unabhängig vom Schicksal der restlichen Menschheit glücklich sein kann. Mir ist aber auch klar, dass es immer nur ein Teilglück sein wird; Fröhlichkeit über meine Umstände in Stunden kurzweiliger Weltvergesslichkeit. Das übrige Leben bleibt an das  Geschick der “Familie” gebunden. Klingt großspurig. Ist aber so.
Während ich das schreibe packt Tomme seine Sachen und wird zurück gen Norden ziehen. Peace and love und Schokolatte in die Heimat der Wikinger tragen. Ein großer Verlust.
Wenn man zu den Lieblingskindern dieses Planteten gehört ist es einem  vielleicht gestattet im Leben  an drei Tischen zu sitzen, an denen man sich zu Hause fühlt: bei Mama und Papa, bei der Herzdame und bei Tomme.