Es ist Sommer und Mittwoch und wieder mal alles gut.
Die O – Dame und Frau Knaller sind hereingeschneit mit Geige und Vorhaben und Probe auf unserm Piano. Noch immer ein Elektrisches , leider, aber nicht mehr lang. In zwei Wochen wird das Leibhaftige eintreffen, getragen von starken Männern, auf den Flügeln meines Erwartens. Hundert Euro kostet der Spaß. Nur der Transport. Aber da denke man an Menschen mit Kindern, wie da die Hunderter fließen in Sandelsachen und Wischtücher und Behältnisse für ebendiese. Da soll man sich als DINKS nicht anstellen, wenn einem das Beschaffen einer Gerätschaft mal hundert Kröten abverlangt. Übrigens zahlt es sowieso der einzig wahreYuppie in diesen vier Wänden und das ist der, der auch das Pop Haldern Festival mit richtigem Eintrittsgeld und nicht, wie alle die ich sonst kenne, mit einem Helferticket betreten hat. Schlomowitsch.
Das Festival war schön, obwohl ich eigentlich Ruhe brauchte und verwundert war, dass zwei Musiker beim Auftritt recht unzufrieden ihre Stimmen und Instrumente bearbeiteten – wünschte mir fast, es nicht gesehen  zu haben und musste dann darüber nachdenken, wie unzufrieden ich wohl beim Arbeiten und Leben manchmal aussehe und mir gleich noch mal wünschte, es nicht gesehen zu haben. Patrick Watson wirkte im Gegensatz dazu, als gäbe es auf diesem weiten Rund keine köstlichere Ekstase, wie mit Fingern und Gesicht über die Tasten zu wetzen und hat gemacht, dass ich sentimental wurde und malen wollte, und das obwohl mein Kopf gar nicht auf seine Musik steht.  Am letzten Tag des Festivals, an dem man, das ist kein Geheimnis, nicht mehr sauber ist, haben wir einen Vormittag am Rhein verbracht, der ein magischer Fluss ist, das kann ich mir nicht ausreden und das Wasser war warm und groß und hat mich geliebt.
Ich glaube, dass es etwa zu diesem Zeitpunkt gewesen sein muss, dass der Fliegenschutz des Zeltes nicht ganz geschlossen war und eine mächtige, schwarzhaarige Spinne ihren hässlichen Körper in meinen Koffer gesetzt hat, wo sie 500 Kilometer Heimreise mit mir zurücklegte, um am zweiten Abend zu Hause in Mü aus dem Koffer in unserm Schlafzimmer die Wand hinaufzulaufen.
Da Schlomowitsch in Wolfsburg von einem Konzern namens VW gefangen gehalten wird, war es nur dem Hagelbruder zu verdanken,  dass das Tier  fachmännisch erschlagen und die Toilette hinuntergespült wurde.
Noch etwas. Der Weltrekord dieses Jamaikaners. 100 Meter in 9,58 Sekunden. Immer wieder stolpert meine Imagination über diese Information. Wie kann jemand so schnell sein? Und dabei ist er ein schlechter Starter und verhudelt meist den Anfang. Die Tatsache, dass etwas mir gänzlich Unmögliches jemandem möglich ist hebt mir die Decke vom Hirn. All diese wunderbaren Dinge, die ständig von irgendjemand getan und unternommen werden. Das ist schon was.