Jahrelang habe ich gegrübelt, wie man das eigene Glück mit dem Schaden der Welt vereinbaren soll. Als rechter Kommunist, der ich in einem Winkel meines Herzens nun mal bin, Menschenfreund und Altokö (erste Baumumarmung im zarten Alter von 14 Jahren) ist es mir nicht möglich, mich aufs Private zurückzuziehen. Noch weniger allerdings, die frohe Kunst, alles Schöne zu lieben und ein bisschen zu können, dem Rachen von Bedürftigen anheim zu geben.
Darum haben sich bei mir der Provinzschauspieler, Halbautor und Sozialarbeiter zusammengetan bzw. fordern nacheinander, in geordneter Abfolge ihre Aufmerksamkeit, was jedoch die Möglichkeit beinhaltet, dass die gute Ordnung sich nicht einstellen will, Klartext: Die Deadlines mir von allen Fronten entgegengelaufen.
Doch habe ich beschlossen, nicht zu enden wie manche Zeitredakteure, die in Ermangelung ihrer Mußestunden nur noch über die Notwenigkeit von Mußestunden referieren.
Begebe mich also in die gute Stube, schließe die Tür, Schneidersitz, Schulterkreisen, Atmen, ein paar Wurstigkeiten:
Mir egal.
Alles egal.
Leckt mich.
Alle.
Ich, ich, ich.
Aufstehen, Tür auf, weitermachen.
Verlass mich nicht Resilienz!
