Gerade noch rechtzeitig an dem Aushang in der Bibliothek vorbeigeschlittert um, restalkoholisiert von der Nacht davor und fußlahm von der Heimschicht danach, in den Stuhl des Konzertsaals zu fallen.
Ein Bariton mit wunderbarem Bauchschnurren sang sich vom ersten Zustand der Liebe zum zweiten, zum dritten usw.
Nächtliche Bäder in Gram und Sehnsucht können so erquickend sein.
Der virtuose Gnom, der den Bariton am Flügel begleitete, war ein Pianist.
Ich bin mir sicher, in seinen stummen Gedanken, hatte er einiges zu lachen und zu spotten. Bei der Verbeugung schoss ihm ein derart dadaistisches Zucken in die Mundwinkel – ich spürte große Lust ihn anzuspringen – Resonanz auf Provokation – er hätte es verstanden.
Trotzdem ist das jetzt alles ein bisschen gleichgültig.
Einen Angehörigen zu verlieren ist die eine Sache. Tagelang seine Hilfeschreie zu hören, bis sie schwächer werden und schließlich ausbleiben, eine andere.
Das ist alles so …
Man kann gar nichts Längeres dazu sagen.