Die Beschränkung der musikalischen Mittel ist eine Tugend ist. Ein Techno-Track ist wie ein japanisches Haiku: ganz einfach und sehr schwierig. Man muss sich in die Schleifen des Immergleichen fallen lassen. Das ist in den letzten Jahren eher noch radikaler geworden als zur Hoch-Zeit des Technobooms. Damals war die elektronische Musik viel muskulöser. Der paradigmatische Berliner Sound, der sich aktuell im Minimal-Techno verwirklicht hat, basiert eher auf einem Skelett von Musik. Es wird viel stärker auf Dauer gesetzt. Es geht darum, sich Zeit zu nehmen, um über eine lange Strecke hinweg diesen meditativen Sog zu entwickeln. Es macht keinen Sinn, da nur mal eben reinhören zu wollen. Die Wiederholung macht einen fertig und glücklich.
Interview mit Tobias Rapp, Der Tagesspiegel, 2009
